Doce Pares Eskrima Organisation e.V.


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Doce Pares - der philippinische Stockkampf

 
Doce Pares Eskrima Organisation e.V.

Doce Pares ist eine Kampfkunstform des Eskrima, das wiederum zu der Gruppe Arnis-Kali-Eskrima gehört. Welcher Unterschied besteht zwischen diesen Sportarten? Im Grunde beziehen sich alle auf dieselbe Kampfkunst. Oft wird beschrieben, dass mit allen drei Ausdrücken die philippinische Kampfkunst gemeint wird (allgemein bekannt als FMA - Fillipino Martial Arts), und die Unterschiede nur regional bedingt sind:

  • Arnis aus dem nördlichen Philippinen um Luzon
  • Eskrima von den Zentralphilippinen aus Visaya
  • Kali von den südlichen Philippinen um Mindanao
Dabei steht Arnis für die ursprüngliche philippinische Kampfkunst, wobei Eskrima und Kali ausländisch beeinflusste Namensgebungen sind. Der Ausdruck Kali ist auf den Philippinen so gut wie gar nicht gebräuchlich. Über die Namensgebung und Bedeutung gibt es viele verschiedene Theorien.

Eskrima:
  • Eskrima stammt vom Spanischen, von "la esgrima", was soviel wie Fechten/ Fechtkunst bedeutet. Spanisch hatte einen großen Einfluss auf den Philippinen.
Kali:
  • zurückzuführen auf die hinduistische Göttin des Todes und der Zerstörung "Kali"
  • Zusammensetzung der philippinischen Wörter Kamut (Hand) und Lihok (Bewegung)
  • Kali oder Kahli ist eine Stockart im Visaya Dialekt
  • stammt von "Kris" (malayischer Dolch mit Wellenklinge), der im Hiligaynon-Dialekt "Kalis" genannt wird
Arnis:
  • vom Spanischen "arnes", was soviel wie "Schutzausrüstung" bedeutete
  • von der Bezeichnung "arnis de mano" (Verteidigung mit der Hand), wie die Spanier die philippinschen Kampfkünste nannten
Als der Urvater des Eskrima wird der Stammeshäuptling Lapu-Lapu angesehen, um den sich viele Legenden und Geschichten ranken. Anfang des 16. Jahrhunderts segelte der portugiesische Entdecker und Erorberer Magellan unter spanischer Flagge nach Westen, um einen Westweg nach Indien zu finden. Er fuhr mit fünf Schiffen und über 200 Männern aus. Zur damaligen Zeit herrschte ein Streit zwischen Lapu-Lapu von der Insel Mactan und dem Häuptlich Humabon der Insel Cebu, der kurz davor war, in einen Krieg zu eskalieren. Magellan verbrüderte sich sogar mit Humabon, und versprach ihm, ihm gegen den revoltierenden Lapu-Lapu zu helfen. Die Spanier wüteten auf den Phillipinen, plünderten Dörfer, steckten sie in Brand und vergewaltigten Frauen. Dies wurde schließlich auch Humabon zuviel, und so verbündete er sich mit dem gegnerischen Lapu-Lapu, um die Spanier in eine Falle zu locken. Er hetzte Magellan gegen Lapu-Lapu auf. Als dieser dann am 27. April 1521 zusammen mit seinen Männern vor der Küste Mactans landete, wo gerade Ebbe herrschte, wurden diese von leicht bekleideten und mit Stöcken und Schwertern bewaffneten Inselbewohnern und Lapu-Lapu emfangen.

Portrait von Ferdinand Magellan
Portrait von Ferdinand Magellan

Die Spanier in ihren schweren Rüstungen konnten sich kaum bewegen, und konnten auch mit ihren fortschrittlicheren Waffen nicht viel bewirken. Die Filipinos attackierten vor allem die ungeschützten Beine der Gegner. In dieser Schlacht verlor Ferdinand Magellan sein Leben, der durch einen vergifteten Pfeil und persönlich von Lapu-Lapu mit einem Schwertstich durch die Kehle getötet worden sein soll. Seitdem ging Lapu-Lapu als erster Freiheitsheld und -kämpfer in die Geschichte der Philippinen ein, und gilt als erster erwähnter Aufständischer der Philippinen. Allerdings konnte Lapu-Lapu auch nicht 333 Jahre dauernde spanische Besatzung auf den Philippinen verhindern. Von der "Schlacht von Mactan" kehrte aber nur ein Schiff, die Victoria, und etwa 20 Männer nach Spanien zurück. Dies war die erste anerkannte Weltumseglung - bei der Magellan auf den Philippinen sein Leben lassen musste.

Die Spanier verboten dann das Ausüben jeglicher Kampfkünte sowie das Tragen von Waffen. Doch die Filipinos trainierten im Verborgenen weiter. Sie versteckten ihre Techniken im Tanz. Diese Tänze waren bei den Kolonialherren sehr beliebt. Daraus entstanden auch die Sayaws, tänzerische Vorführungen, ähnlich einer Kata, die kämpferische Elemente enthalten. So trainierten die Menschen dann im Verborgenen und ersetzten die Schwerter durch Holzstöcke. So konnte die Tradition weiter bewahrt werden, und erfuhr Anfang des 20. Jahrhunderts durch moderne Stile einen neuen Aufschwung. Dabei wurden die traditionellen Techniken beibehalten, nur wurde das Schwert durch Stöcke ersetzt, aus Schnitten wurden Schläge, und die Schläge wurden schneller und härter. Oft wird der Stock auch heute nur als Ersatz für ein Schwert gedacht.

Doce Pares ist eine berühmte Waffenkampfkunst auf den Philippinen, die in den 30er Jahren ins Leben gerufen wurde. Ursprünglich wurde mit Macheten, also Klingenwaffen, gekämpft. Das Doce Pares ist ein Nachfolger des "Labangon Fencing Clubs", alle Gründungsmitglieder entstammten diesem Club. Doce Pares Eskrima ist heute der Inbegriff für verschiedene individuell geprägte Kampfmethoden. Durch praktische Kampferfahrung wurden die Techniken und Strategien stets weiter entwickelt und verbessert. Der Doce Pares Eskrima Club in Cebu City ist heute eine der ältesten noch existierenden philippinischen Kampfkunst-Organisationen. Doce Pares wurde durch zahlreiche Kämpfe international bekannt.

Der Begriff "Doce Pares" stammt, wie viele Begriffe, aus dem Spanischen und bedeutet "12 Paare". Auch hier gibt es mehrere Deutungen der Entstehung:

  1. es bezeichnet die zwölf grundlegenden Angriffe und deren Abwehr (= 12 Paare), gemeinsam für die meisten Doce-Pares-Stile
  2. die zwölf Paare von Frankreich, den Bodyguards von Karl dem Großen, die alle großartige Schwertfechter waren.
  3. es wurde benannt nach den 12 Gründungsmitgliedern, die am 11. Januar 1932 das Doce Pares ins Leben riefen, und deren Mitglieder kurz nach dessen Einführung auf 24 anstiegen (also 12 Paare)

In der philippinischen Kampfkunst Eskrima liegt der Schwerpunkt auf dem Gebrauch von Waffen: Stöcken, Schneid- und Stichwaffen. Im Eskrima wird zuerst der Umgang mit Waffen gelehrt, dann der Kampf ohne Waffen. Damit ist Eskrima eine der seltenen Kampfkünste, wo von Anfang an der Einsatz von Waffen gelehrt wird. Einige Techniken zielen auch darauf ab, dem Gegner die Waffe abzunehmen, um sich so eine Waffe zu beschaffen. Die Verteidigung mit oder gegen Hieb- und Stichwaffen hat zentrale Bedeutung, die Bewegungsmuster sind mit und ohne Waffe gleich. Geschwindigkeit, Timing und Überblick werden mit Partnerübungen (Drills) trainiert, sie stellen einen ständigen Kreislauf ohne Unterbrechungen dar. Dadurch ist es möglich, in kurzer Zeit viele Wiederholungen zu erreichen.

Die unbewaffnete Kampfkunst ist das "Pangamut" von Dan Inosanto. Es besteht aus den Komponenten, die alle oder teilweise im Eskrima gelehrt werden:

  • Panantukan (Kickboxen): es besteht aus Schlagtechniken mit Hand und Fuß, stets unbewaffnet, ähnlich dem Kickboxen. Es kennt aber nicht die Regeln des Kickboxens, sondern es geht hierbei vorallem darum den Gegner zu zerstören. Das Panantukan ist geprägt von einem großen Technikrepetoire und ausgefeilter Beinarbeit. Der ganze Körper kommt zum Einsatz: Kopf, Schulter, Unterarm, Ellenbogen, Knie und Füße werden benutzt, es gibt verschiedene Hebel- und Fegetechniken. Es wird versucht, den Gegner durch Pushen aus dem Gleichgewicht zu bringen. Es wird mit Schlagpolstern und Handpratzen trainiert und durch die kraftvollen Schlagtechniken wird Kraft, Ausdauer und Kondition gefördert und explosive Schlagtechniken erlangt.
  • Dumog (Ringen): philippinischer Ringkampf
  • Pananjakman (Kicken), nur im Westen bekannt, Fußfeger und Kicke, Bestandteil des Pananjakman
  • Gunting (Tagalog: Schere), zielt auf die Zerstörung der Glieder oder Muskeln, wobei mit Knöcheln oder Faust die Muskeln oder Nerven mit einem scherenförmigen Hebel attackiert werden.
  • Kaukit (Fußtrapping)
  • Kina Mutai (Beißen), Beißen und Augendrücken, angewandt beim Bodenkampf, in enger Umklammerung, wenn man mit Händen und Füßen keine Möglichkeit hat, sich zu verteidigen.

Eskrima ist sehr umfassend. Man kann alles als Waffe benutzen. Der wichtigste Aspekt des Eskrima sind die schnellen fließenden Bewegungen, in jeder Distanz, mit und ohne Waffen. Doce Pares bezieht sich nicht auf einen bestimmten Stil, sondern ist die Verschmelzung mehrerer Stile. Daher auch der Begiff "Multi-Style-System". Es besteht sogar aus unterschiedlichen, oft widersprechenden Stilen, die gekonnt miteinander verschmolzen wurden:

Das Eskrima unterscheidet drei Distanzen:

  1. Largo
  2. Medya
  3. Corto

Die bekanntesten Stile, die heute unterrichtet werden, sind von Diony Cañete und Cacoy Cañete. Es gibt nicht das eine Doce Pares, es besteht immer aus mehreren Techniken: Nah-, Mittel- und lange Distanz, Espada y daga, Mano Mano sowie Sayaw (Formen).


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Die zwölf Angriffspunkte

Die zwölf Angriffpunkte beim Abecedario im Doce Pares

Das Doce Pares umfasst sechs Übungstechniken:

  1. Solo Olisi (Einzelstock)
  2. Doble Olisi (Doppelstock)
  3. Espada y Daga (Stock und Messer)
  4. Mano Mano (leere Hand)
  5. Baraw (Messer)
  6. Dumog (Bodenkampf)

In den Schulen, die der "Doce Pares Eskrima Organisation e.V." angehören, wird Wert darauf gelegt, dass ein möglichst breites Spektrum der verschiedenen Stile unterrichtet wird. Vor Beginn eines jeden Trainings finden verschiedene Gymnastik- und Aufwärmübungen statt. Jeder neue Schüler beginnt zuerst den Umgang mit dem Stock zu lernen, erst später folgt dann die waffenlose Selbstverteidigung, da die Philosophie des Doce Pares Eskrima ist, dass nur derjenige, der den Umgang mit einer Waffe kennen lernt, später auch weiß, wie man sich gegen diese Waffe verteidigt. Für Interessenten gibt es auch die Möglichkeit, an einem speziellen Wettkampftraining teilzunehmen. Die Kampfkunst Doce Pares Eskima eignet sich sowohl für Männer wie auch Frauen, für jüngere und ältere Personen, allerdings ist das Mindestalter auf 14 Jahre festgesetzt.

Der beste Kampf ist der, welcher nicht gekämpft wird (Sun-Tzu)

Solo OlisiDoble OlisiEspada y DagaBarawMano ManoDumog
 
 
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